MAIS MAIS MAIS………………… 

 

JAMBO SANA Liebe Besucher!!! 4 Monate intensive Mais Erfahrung liegen hinter mir! Nun ist der ganze  Mais verkauft! Gesamthaft haben wir etwa 700 kg geerntet! Wesentlich weniger, als  erwartet, laut meiner Abklärungen via Internet, lokalen Agrarleuten ect! Immerhin waren es doch fast 10 000 m2! Doch um ehrlich zu sein, die erwartete Menge hätte uns völlig überfordert! So hat  alles seine Richtigkeit!

Für alle Mais Freunde, oder die, die es werden wollen, hier einiges über meine intensive Berührung mit dieser Pflanze. Wie ja bereits erzählt, hatten wir alles von Hand gesät.

 

 

Niemand hatte mir aber gesagt, weil es für alle hier unten „normal“ ist, dass spätestens nach 2 Wochen kaum mehr etwas von unserem schön spriessenden Mais zu sehen sein wird… vor lauter Unkraut! Durch meine Erfahrung mit der GRÖSSE des Feldes, liess ich mich leicht überreden, wiederum einige zusätzlich helfende Hände anzustellen! Auf Mutungas Rat hin, teilten wir das ganze Feld ein und vergaben so bestimmte m2 für einen bestimmten Betrag! Denn wenn man die „lieben“ Afrikaner täglich bezahlt, dann vergehen vieeeele Tage bis die Arbeit fertig ist. So war dann nach einigen Tagen alles schön sauber.

 

 

Es fiel unüblich wenig Regen für die grosse Regenzeit. Wir hatten aber grosses Glück, denn es regnete wenig, jedoch genug  um den Mais kräftig wachsen zu sehen! Doch eben nicht nur den Mais! Zwei Wochen später dasselbe Lied: Wiederum arbeiteten viele Hände, meine inklusive, um das grosse Feld zu säubern. Es waren viele Stunden Handarbeit!

Bald freuten wir uns über ein stattliches Maisfeld.

 

 

Doch oh je, es war auch ein Paradies für vielerlei Käfer aller Gattungen, die sich nun gütlich taten an unserem Mais. Ich mit meiner tiefen Überzeugung, sicher kein Gift zu spritzen, stand vor einer schweren Entscheidung: Entweder Gift spritzen, oder der grösste Teil der Ernte geht verloren! Ich war sehr traurig, denn das entsprach nicht  meiner Wertvorstellung! Einmal mehr hatte mich niemand vorbereitet,  weil das doch NORMAL ist: Je mehr Gift, desto  besser Mama, hörte ich in der Apotheke, wo ich mich schlau machte! Sie sahen mich an wie ein Weltwunder, als ich nach etwas Alternativem fragte! Warum denn? Das ist doch wunderbar, das tötet ALLES!!!

Doch vor dem schweren Gang in die Apotheke, besuchte ich noch einen Kräutermann, der mixte mir dann etwas zusammen. Während vielen Stunden bespritzen wir jeden einzelnen Mais Stengel……. leider mit wenig Erfolg und die Zeit lief uns davon. Ich musste lernen, dass wenn sich diese Maisborrkäfer einmal in den Stamm geniestet haben, die Pflanze bereits verloren ist!***So wurde also gespritzt! Wenigstens konnten wir es bei einem Mal belassen! Unser 1.Gartenmann strahlte vor Glück……………als er sich ans Werk machte!!! Doch, wenn wir nicht da waren lief nur wenig. Er war ein fauler Kerl und sein Herz schlug weder für’s Arbeiten, noch für unser Maisfeld! Dafür bediente er   sich überreichlich von den ersten essbaren Maiskolben! Seine Mutter hatte ganz plötzlich einen kleinen Stand an der Strasse und verkaufte Maiskolben auf dem Feuer……….unseren Mais!!! Es war ein grosses Glück, dass dann Mutinda  kam. Er sorgte für Ordnung und ich liess unseren „Arbeiter“mit grosser Freude ziehen! 

Bereits nach 6 Wochen überraschten uns die ersten Blüten! Es war eine Pracht die vielen Pflanzen in Reih und Glied zu sehen.

 

 

Doch da gab es dann schon Teile die eher zart waren. Mama, da muss Kunstdünger rein! Auch das ist NORML, obwohl mir beim Mieten des Bodens versichert wurde, wie kraftvoll der Boden sei ……………!! Da habe ich mich dann „erfolgreich“ geweigert. Doch meine ganzen Erklärungen und Argumente dagegen  interessierten niemand. Hauptsache es wächst und wird dann sofort riesig, die Qualität ist nicht wichtig. Ich hatte  viele interessante Unterhaltungen mit Bauern aus der Umgebung. Wir tauschten unser Wissen, ich lernte viel und ich hoffe, das eine oder andere haben sie auch von mir angenommen. Aber, ein Bewusstsein für die Umwelt, ist  hier leider noch nicht spürbar! 

So hatten wir darauf  natürlich eine geringere Ernte,   dafür aber eine wunderbare Qualität!

Dann wäre da noch die Geschichte mit dem Gartenhaus: Die Leute die dort oben wohnen, haben wirklich mehr als wenig. Somit kann man auch alles gebrauchen was nicht niet und nagelfest ist. Man darf nichts liegenlassen, sonst –schwupp  ist es weg! So liess ich mich überzeugen, dass ein Gartenhaus  aus vielen Gründen ein MUSS ist. Denn auch das ist NORMAL……….wenn man für 4 Monate ein Stück Land mietet………..das wusste ich nicht!

So entstand unser Gartenhaus im Traditionellen Stiel. Es war „nur“ unser Gartenhaus, doch die ganze Umgebung lebt noch in solchen Häusern! Aus Holzstickel wird es zusammengebaut. Dann wird Erde und Wasser gemixt, gestampft und zwischen das Holz gedrückt. Wenn es trocken ist, ist es hart. Auf das Dach kommt Makuti, das machen sie aus Palmenblättern!

 

 

Später war ich sehr froh, dass wir das Haus hatten. Mutinda unser 2. Gärtner wohnte mit grosser Freude zwei Monate drin. Auch unser Mais wurde zum Trocknen kurz   darin gelagert. Mutinda verwöhnte uns immer, wenn wir am Arbeiten waren, mit DEM Lieblingsessen: Mais und Bohnen gemischt,  lange auf dem Holzfeuer gekocht. Einfach, fein und sehr gesund!..............denn arbeiten macht sooooooo hungrig!

 

 

In der Zeit, als der Mais schon Kolben hatte, machte er jede Nacht an allen Ecken des Feldes Feuer, damit sich die Wildschweine nicht gütlich daran taten. Nur einmal erwischten sie eine kleine Ecke.

Nachdem der Mais seine volle Grösse erreicht hat und  stark, kraftvoll und wunderschön dasteht, beginnt die Pflanze „sich zurückzuziehen“. Sie gibt die ganze Kraft in den Mais und trocknet  langsam aber sicher aus. Wenn die Pflanze   ganz verdorrt ist, ist der Mais bereit zum Ernten. In der ersten Erntephase ist er weich und wird als Kolben verkauft. Fein für auf dem Feuer. Wir liessen sie aber   an der Pflanze noch weiter trocknen, um sie dann in 90 kg Säcken als Körner zu verkaufen. Wir hatten viel Glück mit dem Wetter, denn es gab keinen Regen in der Zeit und so begann dann die Ernte. Jeder einzelne Kolben wird an der Mutter, wie die Afrikaner sagen, mit einem spitzen Holz oben geöffnet, vom „Mantel“ befreit, und  dann abgebrochen. Das ist harrte, wenn auch schöne, Arbeit. Oft sahen die Körner in der Sonne wie Perlen aus. Die grossen Kolben waren oft fast zu gross für meine Hände, die dabei schon recht strapaziert wurden. Wir ernteten zu dritt und ich dachte:  Da schaffen wir nie! Doch ganz afrikanisch langsam, aber sicher, schafften wir es schliesslich doch!

 

 

In grossen Taschen wurden die Kolben vor das Gartenhaus zum Trocknen gelegt. Nach einigen Tagen wurden sie  in einen grossen Sack gefüllt. Beim „Schlagen“ mit einem starken Stück Holz und viel Muskelkraft wird der Sack bearbeitet. Dann wird der Inhalt auf einen grossen Plastik gekippt. Die meisten Körner haben sich nun von den Kolben gelöst, der Rest wird von Hand abgelöst. Dann geht’s nochmals ab auf den schwarzen Plastik um ganz ganz trocken zu sein, bevor es in die Säcke geht. Nach 3 weiteren Tage werden dann endlich die grossen Säcke gefüllt. Doch vorher wird das Mais noch vom „Staub“ befreit, indem man es bei starkem Wind, der dann den Staub fort bläst, von einer grossen Tasche in die andere gleiten lässt! Grosse Siebe gibt es nicht!

 

  

 

Da meine Kalkulation, die ich aufgrund von vielen verschiedenen Informationen sorgfältig zusammen getragen hatte, wie hier so üblich, völlig daneben lag, musste ich bald feststellen, dass der Gewinn wohl in der Erfahrung und nicht in Schillingen lag! Darum wurden dann auch in der Schlussphase die Unkosten so gering wie möglich gehalten, was wiederum hiess: Selber arbeiten!!! 

So standen sie dann parat, all die prall vollen Säcke. Zwar weniger als erwartet, doch gutes Mais. Es wurde verkauft und am selben Tage noch up Country gefahren, dorthin,  wo der Hunger sehr gross ist! Auch haben wir 2 Säcke verschenkt, an Menschen, die hungern.

 


Ja es ist eine traurige Tatsache, dass die Menschen in grossen Teilen Kenyas hungern. Die Familie, die ich letztes Jahr up Country besucht hatte, hatten Ochsen zum Pflügen, Kühe, Ziegen, Schafe und sogar einen Esel, der gerade ein Junges bekommen hatte. Es war zwar damals schon kein Grün mehr zu sehen, doch alles lebte. Letzte Woche aber, mussten sie das letzte  ihrer verhungerten Tiere  begraben! Es gab zu lange keinen Regen mehr! Doch nun hoffen alle, dass er kommt. Es ist ein Eninio Jahr und es wurde viel Regen prognostiziert. Ich wünsche aus tiefstem Herzen, dass es stimmt!

Wenn aber dann der Regen wirklich  kommt, stehen sie vor der Tatsache, dass in der ganzen Region die Ochsen, mit denen man die Felder bestellen sollte, verhungert sind.  Und diese  Felder sind zum Teil sehr gross! Ich habe inzwischen eine Ahnung, wie mühsam es ist, „nur“ 2 Äcker von Hand zu bearbeiten!!! Um einen Traktor zu mieten, den es wohl auch gibt, fehlt das Geld! Die  Afrikaner ertragen all dies jedoch mit bewundernswerter Selbstverständlichkeit!!!! Im Akzeptieren des Unmöglichen sind sie Meister! Sowie auch im Hoffen auf bessere Zeiten!

Mais ist eine wunderbare Pflanze! Meine Wertschätzung für dieses Lebensmittel ist enorm gewachsen!

Ich wünsche Euch allen eine goldene Herbstzeit.

Herzlich Marlies