Liebe Rainbow Freunde! Einmal mehr möchte ich mich für mein zu langes Schweigen entschuldigen! Mein privates Leben  gestaltete sich etwas sehr turbulent. Zudem war ich für vier Monate in der Schweiz. Genau in der kältesten Zeit! Ich habe gearbeitet, mich um Sponsoren bemüht und meine Familie genossen! Nun bin ich wieder voller Freude zurück unter Kenyas Sonne! Bereit für neue  Taten! 

Wir bauen Mais an! Maisgries ist das Grundnahrungsmittel der Kenyaner  und  es hat nie genug davon, vor allem nicht zu fairen Preisen. Zudem ermöglicht uns dies ein Einkommen!  Nun  ist Regenzeit, das heisst die nächsten drei Monate fällt  zum Teil wirklich viel Regen. So war es jedenfalls bis jetzt üblich. Die Chance auf Regen ist hier unten, südlich von Mombasa, auf jeden Fall viel grösser, als Up Country, wo es seit langem nicht mehr geregnet hat. Vielerorts fiel so wenig Regen, dass es seit viel zu langer Zeit für keine Ernte mehr gereicht hat.

Mein Freund fand ein schön grosses Stück Land zum Mieten. Es sind zwei Äcker und sie befinden sich wunderbar im Busch. In diesem Busch, mit seiner Urkraft, die ich so  liebe und die so einmalig ist!  In mitten dieser Vielfalt fühle ich mich unendlich glücklich. Ja, die Wiege der Menschheit fühlt sich wirklich gut an! 

Mit seinem Wissen über Maisanbau steht Mutunga mir tatkräftig zu Seite. Ich bin zwar seit über 3 Jahrzehnten eine leidenschaftliche Bio Gärtnerin, doch hier unten ist ein ganz anderes Wissen gefragt. Da mir mein Mondkalender den Takt angab und die besten Tage zum Säen schon  kurz bevor standen, war Schweizer Tempo angesagt. Zuerst musste alles vom hohen Gras und  den vielen Büschen gesäubert werden. Dann wurde gepflügt, wobei wir hier unten meistens noch, wie vor Urzeiten, mit Ochsen arbeiten. Da das Land nach dem Pflügen ein bis zwei Wochen ruhen sollte, damit die Ochsen nicht zu sehr einsinken, war das Säen mit diesen Tieren nicht möglich. Auf „guten“ Rat des Landbesitzers hin, entschlossen wir uns, von Hand zu säen…………!!Mein Ratgeber organisierte 6 junge Afrikaner, die natürlich sehr froh waren um die zwei Tage Arbeit. So begannen wir dann zu acht, immer zwei zusammen, mit Schnur Reihen zu ziehen und zu säen. Zwei lange, volle Tage!!! Und nun bin ich wieder um eine Erfahrung reicher! Das Feld war wirklich etwas zu  gross und es ist sicher das erste und letzte Mal, dass wir ALLES von Hand bearbeitet haben! Ich war immer tatkräftig mitten unter ihnen. Natürlich liebe ich es, in der schwarzen, heissen Erde zu wühlen und diese Kraft zu fühlen. Doch es war schon sehr intensiv  unter der afrikanischen Sonne so viele Stunden Pflanzlöcher zu graben, um dem Mais zu einem guten Start zu verhelfen! Meine Präsenz und Mitarbeit brachte aber den grossen Vorteil, dass alle motiviert waren und wirklich gearbeitet wurde. Denn oft geht es hier halt schon *pole pole* schön langsam! Als ich dann nach zwei Tagen wirklich ziemlich geschafft war, fragte ich mich jedoch schon, was ich da bloss tue, wenn ich für Fr.3.—einen Arbeiter für einen ganzen Tag anstellen kann!!! Und doch, die Erfahrung war so stark, schön und  auch witzig: Es kamen Menschen aus der Umgebung und das nur, um zu sehen, dass  da wirklich „eine Weisse“ mitarbeitet und dann noch auf dem Feld!  Dies ist nämlich sehr unüblich hier. Nun, der Mais ist gesät. Ein grosser Gemüse und Kräutergarten ist angelegt und alles kann nun gedeihen. Damit das auch problemlos geschieht, ist es hier einMUSS, für die 3 Monate bis zur Ernte, einen CARETAKER (Gartenmann) anzustellen! Die ersten Wochen pflegt und hegt er das Feld, später dann muss er Nachtwache halten, damit die Wildschweine sich nicht gütlich tun. Ich freue mich schon sehr, dass ich hoffentlich bald, einen Teil der 90 kg vollen Säcke wirklich verteilen kann. Sei es in der Schule in Kwale, wo die vielen Mündern einfach nicht satt zu kriegen sind, im Kinderheim, oder in der Behindertenschule. Es gibt viele, die sehr dankbar sind für einen Zustupf an Lebensmitteln!        

Natürlich bitte ich nun auch Euch, liebe Besucher dieser Seite: Erzählt von meinen Ideen! Gebt meine Homepage weiter! Je mehr Menschen davon wissen und uns unterstützen, desto schneller kann Hilfe zur Selbsthilfe geleistet werden. Ich wünsche mir von Herzen, dass die eine oder andere Aktion in der Schweiz geboren wird, zu Gunsten des *Rainbow – Switzerland to Kenya* J  Und ich danke gaaaanz herzlich für jeden einzelnen Franken, der gespendet wird! Viele heisse Afrika Sünneli Grüsse Marlies