Jambo Sana Ihr lieben Rainbow Unterstützer!

 

Big smileeeee es ist soweit gediehen! Die 200 Lowers (kleine Fenster-Gläser) sind eingesetzt. Eine ziemliche Arbeit, weil ,wie ja bekannt, die Gebäudeerbauer ein schiefes Mass hatten und so dann auch die Fenster!!! Es musste ja fast jedes Glas passend zugeschnitten werden!

Die „gefallene“ Wand in der Dusche wurde neu verputzt, diesmal mit genügend Cement, und mit neuen Plättli frisch geplättelt! 

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Vorher erlebten wir aber noch ein echt „afrikanisches Zwischenspiel“: Bereits hatten wir diesen alten, von irgendjemandem vererbten 7 Türen einen schönen, beigen Anstrich verpasst und ihnen so zu einem recht ansehnlichen Anblick verholfen. Ein Glücksfall dabei war, dass mir ein Maler vermittelt wurde, der sein Handwerk wirklich versteht! Trotzdem war es ganz schön viel Arbeit!!! Die Füllungen dieser Türen sind aus Glas, dies ist aber sehr zerkratzt und nicht wirklich eine Augenweide. Aber was soll’s, es war nun mal so.

Nun  war ich für einige Tage nicht oben und schon war die Überraschung perfekt! Perpetua, die eine Schwester, hatte die tolle Idee diese Füllungen silberfarben streichen zu lassen...............! Das war eine Faust auf‘s Auge in Sachen Farbe. Zudem beauftragte sie einen Volontair, der mit grosser Sicherheit noch nie einen Pinsel in seinen Händen gehalten hatte!!! Das heisst, seine silbernen Fingerabdrücke waren nun reichlich sichtbar an den schönen Rahmen. An den Rändern mischte sich dazu das Silber mit der beigen Farbe. Ja überall war Silber! Unsere schönen neuen Bodenplatten, tropf, tropf tropf.....!!! Es war wohl das erste Mal, dass ich wirklich laut und ärgerlich wurde. Ich konnte einfach nicht glauben, was ich da sah!!! Ich bat sie diese Türen nicht mehr zu berühren: „Ich hole den Maler und wir streichen alles mit derselben Farbe wie die Rahmen!“, rief ich sehr bestimmt. - Ja, ja wie wenn ich es nicht wüsste.........Ärger zieht ja bekanntlich nichts Gescheites an...........so war dann meine nächste Überraschung auch schon programmiert! Weil ich wohl etwas unüblich heftig reagiert hatte, wollten sie den Schaden schnell beheben und schmirgelten und kratzten das ganze Silber ab! Dies mit dem Grosserfolg, dass nun aber auch alles voll von diesem feinen Silberstaub war: Jede Plättlifuge rund um die Türen bekam eine grosse Portion ab!!! Der Silberstaub lag in allen Räumen!!! 

Viel unnötige Mehrarbeit stand dem Putzteam bevor! Ich brachte ihnen das Material und zeigte, wie sie den Staub und all die Tropfen am besten entfernen konnten!! Wohl bedacht auf meinen Tonfall!!!! Ja, ja und dann wurde auch das mit dem Putzen wieder eine Geschichte für sich! 

Ich kam mit den frisch genähten Vorhängen, den Vorhangstangen ect. an, um sie in den schön geputzten Räumen aufzuhängen, so dachte ich!!!  Aber oh je, da war nicht viel geschehen! Obwohl 4 Personen tatkräftig  am Wirken waren, als ich das letzte Mal abfuhr, hatten sie wahrscheinlich sofort aufgehört, nachdem ich weg war!!!  Ganz langsam aber sicher fühlte ich meine Nerven erneut vibrieren...........was sollte das alles???, so schön vor dem ersehnten Abschluss!!! 

An diesem Morgen begleitete mich mein lieber afrikanischer Freund Mutunga. Er ist mir eine grosse Hilfe bei der Verständigung. Einerseits sprachlich, sprechen doch im Busch die meisten nur Digo, ihre Stammessprache und Swaheli,  andererseits versteht er es wunderbar, mir die Art und Weise ihres Denkens näher zu bringen. Er erfährt dazu viel von dem „Dazwischen“, wovon ich sonst nie etwas mitbekommen würde und hilft mir so zu einem immer grösseren Verständnis! So erklärten sie ihm, wenn ich sie nicht bezahlen würde, täten sie gar nichts mehr! Es folgte eine lange Unterhaltung zwischen meinem Englisch, das zu Swaheli wurde und wieder zurück ins Englisch. Leider ist mein Swaheli noch weit davon entfernt solche Unterredungen zu führen! Ich versuchte ihnen zu erklären, dass all das hier für die ganze „Gemeinde“ getan würde und auch ihnen zu Gute komme. Ich erinnerte sie daran, dass Menschen, die 8000 km entfernt leben, Geld spenden um hier etwas zu vollenden –und dass auch ich unzählige Stunden mit Freude geschenkt hatte, um zu tun was hier so notwendig ist. „Und darum möchte ich, dass auch ihr euren Beitrag leistet!“, lies ich sie wissen.

Nach langem hin und her und mit viel Vermittlungstalent von Mutunga, waren sie dann endlich bereit, all die 200 Lowers inklusive „Silberpuder“ zu reinigen! Ja ja für uns nicht nachvollziehbar, doch es ist schon so, sie sind eher im „faulen Bereich“ angesiedelt.

Die Digos, die diese Region besiedeln sind Moslem und alles dreht sich rund um den Glauben. Der Rest geht pole pole, wenn überhaupt!!! So kommen auch die meisten Afrikaner die wirklich zu arbeiten verstehen aus dem Hochland! Kenya hat lediglich 6% Moslems, doch wir sind hier mitten unter ihnen! 

bei meinem ersten Besuch                                  jetzt                                                                                                                     


 

Endlich aber  konnten die Vorhänge dann doch noch platziert werden und die Räume sind nun bereit für Mamas und Babys smileeeeee!!!   Die Betten wurden vom Ministerium geliefert! Auch hatten wir grosses Glück: Dank meiner Freundin Simone: Sie arbeitet für ein holländisches Hilfswerk und half mit eine Schule für Behinderte, eine für Taubstumme, und nun ein Heim für schwerst behinderte Kinder zu bauen! Sie bekommt von Zeit zu Zeit einen Container von einem Rotterdamer Spital mit Material, das nicht mehr gebraucht wird! So erhielt ich für Mbuwani alles für die Geburtenabteilung!

Es war ein bisschen wie Weihnachten, als wir mit all den Schachteln voller nützlicher Dinge ankamen!  

bei meinem ersten Besuch                                       jetzt                                                                     


 

 

Nur die manuelle Pumpe fehlt jetzt noch. Sie pumpt das Wasser vom Regenwassertank zum kleinen Tank unterm Dach, das dann in Dusche, WC und Waschplätze fliesst! Es muss eine manuelle sein, denn die beschränkte Solarenergie reicht nur zum Kühlen der Medikamente. Dazu kommt, dass der Nachtwächter reichlich Zeit hat sie zu bedienen. So haben wir nach langem Suchen ein Modell gefunden! Denn die üblichen sind sehr gross für die tiefen Brunnen im Busch! Sie kostet ca. Fr. 200-- und  ich bin zuversichtlich dass das Geld den Weg zu uns findet und wir sie bald kaufen können. Und dann ist das Werk vollbracht!

Das Ministerium of Healph hat „fliessendes Wasser“ angeordnet!!! Doch sie werden - auch ohne fliessendes Wasser - eröffnen, sie sind sich das gewöhnt.  

So werde ich Euch bald bald das Föteli vom ersten Baby zeigen können! Soweit das Bauliche!!!    

Nun noch einige persönliche Gedanken! Bald zwei Jahre sind es her, seit ich das erste Mal über die holperige Naturstrasse durch diese wunderschöne Buschgegend gefahren bin, um an einem Meeting des kleinen „Buschspitals“ teil zu nehmen! Unzählige Male bin ich inzwischen hoch gefahren. Den Weg durch den Busch kenne ich bald mit geschlossenen Augen und jedes Mal ist es ein Genuss, diese ungebändigte Natur zu erleben: Einmal von der Sonne ausgetrocknet, ganz braun und nur mit diesen alten Riesenbäumen, die noch stolz ihr Grün tragen!!! Dann wieder, nach dem tropischem Regen, diese Intensität von Grün und Blüten in allen Variationen. Auch die Strassen verwandeln sich dann in kleine Bäche und es braucht einiges an Geschick, ihnen zu trotzen! Ich liebe diesen Weg. Er führt mich durch die bunte Welt  des afrikanischen Lebens. Vorbei an Brunnen, wo gewaschen, geschwatzt und gelacht wird und vorbei an einer Schule, wo oft an heissen Tagen unter den alten Bäumen unterrichtet wird. Bei jedem Besuch winken mir alle zu!  Da waren die Menschen, die mein Auto nun schon lange kennen und warten für einen „Lift“!! Das heisst, sie wollen mitfahren, entweder hinunter oder hinauf! 

Ja, ich habe mich entschlossen auf mein Herz zu hören und zu tun, was ich fühle. Trotz der vielen „gut gemeinten Ratschläge“ die mich wissen liessen: Lass ja die Finger davon, du bist neu und hast eh keine Ahnung von irgendetwas hier ect. ect. war es für mich eine intensive, vielseitige, lehrreiche und sehr freudvolle Zeit!  

Ach um wie viel reicher, farbiger und selbständiger wurde mein Leben durch mein Tun im Busch! Ich bin sehr dankbar und glücklich für all das Erlebte! Obwohl ich in meinem damals noch sehr schweizerischen Denken überzeugt war: Das ist keine Sache, bis an Weihnachten ist das alles fertig !! Smileeeee!!!!

Doch es kam etwas anders, ich habe gelernt geduldiger zu sein, mich dem Afrikanischen Ritmus anzupassen, ab und zu gab es eine Pause, weil das Geld ausging. Und immer wieder sah ich mich durch etwas Neues, Unerwartetes oder Zusätzliches herausgefordert! Und ganz sicher ist, die Uhren ticken hier einfach ganz anders!    

Man kann geteilter Meinung sein, wie sinnvoll und dienlich das alles schlussendlich sein  wird. 

 

Dazu einige Gedanken, die den Weg zu mir fanden, die teils von einer lieben Rainbow-Freundin – teils von zwei jungen Frauen stammen, die mein Leben mit viel Freude berührt haben und mit mir die grosse Liebe zu Afrika teilen:   

Diesem Land der Strahlenden Sonne!!!

 

 

„Ich weiss nicht ob es besser wird, wenn es anders wird, Aber es muss anders werden wenn es besser werden soll“ (Christoph Lichtenberg)

 „Viele kleine Leute, die in vielen kleinen Orten viele kleine Dinge tun, können das Gesicht der Welt verändern“ (Aus Nordafrika)

 Es ist das Herz, das gibt, die Hände geben nur her (Weisheit aus Afrika)  

Wir sind im 21. Jahrhundert und dies sollte doch auch ein bisschen im afrikanischen Busch fühlbar sein. Das Leben wollte es so, dass genau an jenem Abend, als in Mbuwani alles soweit bereit war, unser Nachtwächter kam und um einen Lohnvorbezug bat, weil seine Frau weg fahren müsse an die Beerdigung ihrer Schwester. Sie war erst 18 und starb bei der Geburt ihres ersten Kindes -irgendwo im Busch! Auch das Baby hat nicht überlebt. Ich bin Mam von 2 Söhnen. Ich weiss wie gut es tut in „Sicherheit“ gebären zu können! Ich bin zutiefst glücklich, dass meinem „ Tropfen“ nun „stetes Tropfen“ folgen darf, hier an diesem Platz im Busch! 

Bis bald – dann mit Baby Föteli –

 

Herzlich Marlies