Endlich, endlich wieder News! So lange ist es her und so viel ist geschehen dazwischen!!!! Super, ich habe wieder direkten Zugang zu meiner Homepage! Es brauchte vieeeeeel Geduld und viele Telefongespräche und am Schluss eine gute Seele, die wirklich verstand, was ich wollte!!! Schlussendlich hat’s geklappt. Das Problem war, dass das.ch für Unsicherheit gesorgt hatte. Gewisse Leute dachten, das bedeute China und sei vielleicht nicht ok!!! 

Letzten Sommer war ich für zwei Monate in der Schweiz um meine Lieben zu besuchen. Dabei wurde mir an meinem ehemaligen Wohnort liebevoll ein Meeting organisiert. Nochmals so herzlichen Dank Ursula! Es war schön und hat mich tief berührt. Zum einen die Begegnung mit den mir sehr vertrauten Menschen und zum zweiten die Möglichkeit, ihnen von meiner Arbeit, meinen Erfahrungen sowie meiner Freude hier zu sein, zu erzählen! Ich möchte hier nochmals all den Anwesenden so herzlich danken für das Kommen wie auch für alle Spenden. Auch für die, die später noch den Weg zu mir gefunden haben: Sei es in Form von Franken, Kleidli, Natel, das Weiterreichen des „Rainbow“ oder all den guten Wünschen smileeeee!!!! Auch meiner „Astrofamily“ ein ganz grosses Dankeschön für die grosszügige wie überraschende Unterstützung!!!!! 

So kam ich dann zurück, mit viel Freude und dem Geld für die nächsten Schritte! Wir konnten uns endlich die vielen Quadratmeter Bodenplatten leisten!!! Leider aber waren die bereits ausgesuchten und reservierten Platten nicht mehr vorhanden! So brauchte es einige Zeit, bis wir dann wieder etwas Passendes gefunden hatten!!! Es geht eben schon, wie bereits erwähnt, im „Rösslitram“ Tempo! Kommt man aus der Schweiz zurück, fällt einem dies besonders auf!!! Inzwischen sind aber alle Platten verlegt! Zu diesem Zeitpunkt war es tatsächlich bereits Dezember geworden..............!!!! Mein Traum, dass das erste Kind am Heilig Abend zur Welt kommt, war somit ausgeträumt! Denn nun standen die Wahlen des „neuen“ Präsidenten an, das war Nummer 1. Alles andere rückte in die zweite Reihe! Was darauf folgte, ist ja inzwischen allzu gut bekannt. Dazu kam noch, dass mein Fundi, mit dem ich ja freudvoll und lange gut zusammengearbeitet hatte, immer mehr Freude am Alkohol, als an der Arbeit fand! - So habe ich unser Arbeitsverhältnis noch vor Weihnachten beendet!!!  

Da viele beunruhigende Bilder von Kenya rund um die Welt gingen und immer noch gehen und auch, weil ich viele besorgte SMS wie Mails bekomme!( Herzlichen Dank für all das Mitgefühl!!!),möchte ich an dieser Stelle noch einige ganz subjektive Gedanken und Gefühle meinerseits hinzufügen!   Ich habe mich von der politischen Lange nie bedroht gefühlt, wenn auch zwischen den Jahren viel „ausser Kontrolle“ war. Es ist ein sehr eindrückliches Erlebnis, wenn man einkaufen möchte und dann wirklich vor leeeeeeren Regalen steht. Es gab für einige Tage in der ganzen Region keineGrundnahrungsmittel mehr und auch kein Benzin. Für verwöhnte Schweizer Vorstellungen wohl kaum zu glauben. Man steht da und es gibt einfach nichts mehr! Ausser vielleicht etwas, dass man ganz sicher zu diesem Zeitpunkt nicht will!!! Die Telefon Karten, es läuft hier fast alles über „Pre-Paid“ Karten, wurden zu Wucherpreisen gehandelt! Im Hauptdepot für Mehl, das ab und zu eine Lieferung bekam, standen hunderte von Menschen stundenlang an. Es wurde auch geschossen, wenn die Spannung zu hoch wurde! Da ich nicht um die Ecke einkaufen gehen kann, verfügen wir immer über etwas Vorrat, der längstens auch noch zum Teilen mit unseren Angestellten ausreicht. Als dann plötzlich all die kleinen Afrikanischen Lädeli geschlossen hatten und sie am Morgen kamen und meinten: „ Wir haben Hunger, es gibt nichts mehr zu essen, kein Ugali.“ (Griesmais - ihre Hauptnahrung zu allem und jedem!!!!) Da teilten wir ganz selbstverständlich das, was wir hatten! Inzwischen gibt es hier wieder fast alles zu kaufen. Ich weiss aber auch, dass es Regionen gibt, wo die Menschen hungern, der Regen blieb aus, das heisst keine Ernte! Eine grosse zusätzliche Belastung. Wir wohnen zum Glück ausserhalb der Ballungszentren, zwischen Ukunde und Mombasa. Vor uns liegt der Indische Ocean hinter uns der Busch. Rundum sind traditionell lebende, sehr freundliche und friedliche Menschen. Von der politischen Lage her ist dies eine eher „sichere Region“! Was nicht heisst, dass auch hier nicht einige die „Gunst der Stunde“ nutzen. Dies um Verbrechen zu begehen, die zwar gar nichts mit Politik zu tun haben, jedoch das Bild des Chaos noch abrunden!  Ich habe in dieser Zeit mit vielen Menschen gesprochen. Es liegt viel Unsicherheit und Angst in der Luft, doch bei ALLEN steht der grosse Wunsch nach Frieden an erster Stelle!!! Was mich immer wieder erstaunt und sehr berührt, ist ihre Bereitschaft, fast Unmögliches, ganz ohne wenn und aber, einfach anzunehmen! „Es ist wie es ist........und wir beten, dass es gut kommt!!!“, ist ihr Kommentar dazu. Ja die politische Lage ist das eine, das andere aber ist, dass in den  Ballungszentren, wo viele Kenianer aus den verschiedensten Regionen zusammen treffen, es während Stammes Feten, doch manchmal ausartet! Darum ist überall eine sehr hohe Präsenz von bewaffneter Polizei! Dazu kommt, dass in der jetzigen Hochsaison, hier in unserer bekannten Ferien Region, die meisten Touristen nun leider nicht kommen. Die Flugzeuge landen beinahe leer, da von den jeweiligen Regierungen abgeraten und gewarnt wird zu uns zu reisen…. was sicher auch verständlich ist. - Doch das heisst für viele Menschen hier: Keine Arbeit, kein Essen! 

*So möchte ich die Besucher und Besucherinnen meiner Page doch herzlich bitten, nicht zu sehr in diese Bilder einzutauchen, die uns im TV übermittelt werden. Ja, es herrscht viel Unruhe und viel Schreckliches ist geschehen, doch noch viel grösser ist die Bereitschaft der Menschen für den Frieden!!! Schickt ihnen liebevolle Gedanken und lichtvolle Energie! Das dient dem Lande viel mehr, als das Verbreiten der Schreckensnachrichten! Die sind geschehen und sollen ein Mahnmal sein!*    

Im neuen Jahr also, als die Geschäfte langsam, oder mindestens teilweise wieder öffneten, begannen wir mit dem nächsten baulichen Schritt! Die Fensterrahmen wurden montiert. Es sind diese arabischen Fenster mit vielen kleinen Glasscheiben zum Öffnen. So kann die Luft optimal zirkulieren! Auch der Tank wurde unters Dach montiert, damit das Wasser dann fliessen kann!!! Soweit so gut! Wir waren schon fast im Endspurt...............da erblickte ich auf meinem Rundgang, dass sich in der Dusche die Wand-Plättli selbständig gemacht hatten. Und a lagen sie nun.................!!! Der erste Fundi der für den ganzen Anbau zuständig war, hatte geschlampt, wo immer er konnte! So auch beim Verputzen der Wände. Der Sand wurde mit fast keinem Zement gemischt! Unser jetziger Fundi brachte dann die Plättli korrekt an. Der Hintergrund jedoch war nicht stabil genug und so rutschte nun alles runter! Da die Plättli mit viel Zement bestückt waren, kann man sie leider nicht mehr gebrauchen! Das heisst, wir müssen in der Dusche von vorne beginnen: Erst wird ein guter Verputz aufgezogen und dann wird geplättelt!!! Es wäre doch so schön und so einfach gewesen, hätte man es von Anfang an richtig gemacht! Ich hoffe nun inständig, dass dies der einzige fehlerhafte Ort war im Anbau! Der Rest jedenfalls hört sich beim Klopfen ok an! 

Es ist halt schon an der Tagesordnung hier: Unerwartetes kommt oft und ungebeten daher! Unumstösslich muss es akzeptiert werden! So gibt es immer noch mehr als genug Gelegenheiten für den Einsatz Eurer Spenden. Nach wie vor danke ich ganz herzlich für jegliche Unterstützung! Wir können sie bestens gebrauchen! J 

Denn auch die grosse Diskussion mit den Schwestern, um das gesammelte Regenwasser, das eigentlich nirgends hinreicht, zeigt deutlich, dass es weiter gehen wird und muss. Ein Brunnen sollte gebaut werden, denn Grundwasser hat es - in nicht all zu grosser Tiefe. Das konnten wir ja beim Erstellen der Pit Tanks feststellen!! So schicke ich Euch nun allen viele Afrika Sünneli, warme Grüsse und danke für all die liebevollen unterstützenden Gedanken für das wunderbare Kenya, das ich so sehr mag!Marlies